Vertreterversammlung 2020

Novum bei der Vertreterversammlung der Volksbank Breisgau-Markgräflerland

Erstmals fand die Versammlung im schriftlichen Verfahren statt

Seit über 150 Jahren ist es bei der Volksbank Breisgau-Markgräflerland üblich, dass am Ende eines Geschäftsjahres eine Mitglieder- bzw. Vertreterversammlung stattfindet und der Vorstand über das abgelaufene Geschäftsjahr berichtet. In diesem Jahr musste die Bank aufgrund der Corona-Pandemie mit dieser Tradition brechen und die Versammlung im schriftlichen Verfahren durchführen.

Zum Versammlungsbeginn am 12.08.2020 erhielten alle 392 Vertretern der Volksbank die kompletten Berichtsunterlagen per Post zugeschickt.

Daraufhin fand eine Aussprachephase statt, in der Fragen an den Vorstand und den Vorsitzenden des Aufsichtsrates gestellt werden konnten. Diese Fragen wurden persönlich beantwortet und in einem geschlossenen Bereich der Homepage sowie schriftlich zur Verfügung gestellt, so dass alle Vertreter die Aussprache mit verfolgen konnten. Die Beschlussfeststellung und Wahlen zum Aussichtsrat fanden bis zum 03.09.2020 per Briefwahl statt und wurden am 4.9.2020 unter rechtlicher Aufsicht ausgewertet.

In den Berichtsunterlagen gab der Vorstand einen Rückblick auf das Geschäftsjahr 2019 und erläuterte die wichtigsten bilanziellen Kennzahlen. Zudem wurde über aktuelle Themen informiert.

Von hoher Bedeutung war 2019 die Zinsentscheidung der europäischen Zentralbank. Die EZB erhöhte den Zinssatz, den Banken an die Zentralbank zahlen müssen, um Kundeneinlagen kurzfristig zu parken, von 0,4 auf 0,5 Prozent. Damit liegen die Zinsen in der Eurozone so niedrig wir noch nie und ein baldiges Ende des Negativzinsumfeldes ist aus Sicht der Bankvorstände unwahrscheinlich. 

Ein weiterer Megatrend unsere Zeit hat sich auch in 2019 beschleunigt – die Digitalisierung. Für viele Betriebe stellt die Digitalisierung eine große Herausforderung dar und ist auch für die Volksbank Breisgau-Markgräflerland eines der aktuell wichtigsten Themen. Sie verändert das Kundenverhalten und erfordert neue Regeln und Sicherheitsstandrads. Das gilt insbesondere für Online-Bezahlmethoden- und verfahren.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen war 2019 für die Volksbank Breisgau-Markgräflerland ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Die Bilanzsumme – die Summe aller Geschäfte, die die Bank im eigenen Namen und auf eigenes Risiko getätigt hat – wuchs um 77 Mio. Euro und beträgt nun 1.922 Mio. Euro. Treiber dieses Wachstums war das starke Einlagengeschäft. 1.443 Mio. Euro (+4,3%) haben die Kunden der Volksbank anvertraut. Nicht unerwähnt ließ der Vorstand dabei, dass es für die längerfristige Vorsorge wesentlich bessere Anlagealternativen als Giro-, Spar- und Festgeldkonten gibt. Da die Bank vermehrt erhebliche Geldzuflüsse von Anlegern verzeichnet, hat man eine Verwahrgebühr für Neukunden und Kunden mit höheren Einlagevolumen beschlossen. Aufgrund hoher Freibeträge bleiben aber Kleinanleger verschont.

Auf der Aktivseite ist die größte Position das Kundenkreditgeschäft. Getrieben durch eine weiterhin lebhafte Bautätigkeit konnte der Kreditbestand im Privatkundengeschäft auf 522 Mio. Euro gesteigert werden. Die Ausleihungen an Unternehmenskunden belaufen sich auf 549 Mio. Euro. Zusammen mit den über die Verbundpartner der genossenschaftlichen FinanzGruppe vermittelten Kredite stieg das gesamte Kundenkreditvolumen um 1,8 % auf 1.341 Mio. Euro.

Der Blick auf die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt die Auswirkungen des Niedrigzinsumfeldes. Der Zinsüberschuss reduzierte sich auf 32,1 Mio. Euro. Erfreulich ist aber der Anstieg des Provisionsüberschusses um 6,9 %. Steuern im Umfang von 4 Mio. Euro und die Zuführung zu dem Fonds für allgemeine Bankrisiken ergeben einen Jahresüberschuss von 3,2 Mio. Euro. Der von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagenen Verwendung des Jahresüberschusses stimmte die Vertreterversammlung zu. Die Bank ist mit einem nunmehr bilanziellen Eigenkapital von 211 Mio. Euro bestens für die Zukunft gerüstet. Für seine Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Vorstand und Aufsichtsrat von der Vertreterversammlung entlastet.

Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat gab es Veränderungen. Aufgrund der satzungsmäßigen Altersgrenze schieden der Aufsichtsratsvorsitzende Artur Kraus und seine Stellvertreterin Ruthild Surber aus dem Gremium aus. Damit endete eine langjährige erfolgreiche Ära. Artur Kraus wurde 1995 in den Aufsichtsrat der damaligen Spar- und Kreditbank Bad Krozingen-Heitersheim gewählt. Ab 2011 war er stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bevor er 2014 das Amt des Vorsitzenden übernahm.

Ruthild Surber wurde 1999 Mitglied des Gremiums der damals neu fusionierten Volksbank Breisgau-Süd. Von 2011 bis zur Fusion 2018 war sie stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende. Aufgrund des schriftlichen Verfahrens konnte leider keine feierliche Verabschiedung und Ehrung beider in der Vertreterversammlung erfolgen. Dies wird voraussichtlich in der Versammlung 2021 nachgeholt. Wiedergewählt in den Aufsichtsrat wurden Cathrin Staiblin, Thomas Gutmann und Gordian Süßle. In seiner konstituierenden Sitzung hat der Aufsichtsrat Susanne Hierholzer zur Vorsitzenden gewählt. Stellvertreter ist weiterhin Dr. Hans Christian Maier.

Über alle Beschlussfassungen und die Wahlen zum Aufsichtsrat wurden die Vertreter abschließend wieder schriftlich informiert.