Kunstsammlung
WerteHaus Volksbank Breisgau-Markgräflerland eG
ZU DEN WERKEN
VON JÜRGEN OSCHWALD
„stripeone“ Objekt, Holz, Gummi, Lack, 25 x 25 x 5 cm, 1997
„stripetwo“ Objekt, Holz, Gummi, Lack,25 x 25 x 5 cm, 1997
„NeonBlackBlock“, Objekt, Holz, Lack, Plexiglas, 19 x12 x 9 cm, 2015
Flur 1. OG Haupthaus und V2 Büros
Noch während des Studiums von Jürgen Oschwald an der ehemaligen FHF Freiburg, heute HDKM (Hochschule für Design, Kunst, Musik) schuf er die Objekte „stripeone“ und „stripetwo“. Ein Haus gegenüber wurde abgerissen und er entdeckte seine Faszination für alte Hölzer. Sie sind Symbolträger für ihre Zeit, für einen Teil der Geschichte, für das Leben von Menschen in einer bestimmten Region. Jürgen Oschwald nimmt damit auch Bezug zu den Orten auf, in denen er lebt und arbeitet, lässt sich inspirieren vom jeweiligen Umfeld.
Schon der Bildhauer Auguste Rodin verwendete um 1890 die Kunst der Assemblage (aus dem französischen Zusammenfügung, Zusammenstellung). Als Künstler der Moderne schuf Vladimir Baranov-Rosiné die erste Komposition mit verschlungenen Bandformen, Pablo Picasso, Kurt Schwitters, Hans Arp oder Louise Nevelson nahmen diese Technik auf. Sie verfremdeten Materialien, stellten sie auf ungewohnte Weise zusammen, um einen neuen Sinnzusammenhang zu bewirken.
Zufällige Fundstücke („object trouvés) waren auch bei Jürgen Oschwald das Ausgangsmaterial. Die alten Hölzer, neu zusammengestellt und mit Lack verfremdet (der auch noch an die Farben der Volksbank erinnert), entstanden malerische Objekte, die durch ihre Einfachheit bestechen. Der Künstler will „aus Vorgefundenem neue Strukturen schaffen“, „enthebt sie ihrer Funktion und gibt ihnen durch seine Eingriffe eine andere Identität. Dies alles geschieht intuitiv, reaktiv im Entstehungsprozess, spielerisch und mit einer guten Portion Humor.
Im Grunde bringen die Werke von Jürgen Oschwald ins Gedächtnis, dass Schönheit wenig braucht, es letztendlich nur auf einen genauen Sinn für Form und Maß ankommt, der aus scheinbar Wertlosem Neues erschaffen, die Bedeutung und Substanz der Dinge erkennen kann. Und damit zu Objekten führt, die eine hohe ästhetische Konzentration auf das Wesentliche beinhalten. Wenn wir uns auf ihre visuelle Erscheinung einlassen können, ohne sie sofort in Bekanntes einordnen zu wollen.
Eva Mueller
Kunstberaterin